Hallo Cordula – weißt du noch?

So wie die beiden saßen wir da einmal. Du musstest üben, üben üben…

Und weil wir allein waren, hast du dann den Flohwalzer gespielt. Und später hast du ihn noch einmal gespielt – auf der großen Orgel.

Ich habe erst jetzt erfahren, unter welchen Umständen dein Vater verstorben ist. Das tut mir unendlich Leid. Ich freue mich aber auch darüber, dass du das Andenken deiner Eltern erhalten konntest.

Du hast früher oft über Amrum gesprochen. Damit konnte ich nicht viel anfangen. Ich denke oft an dich und freue mich für dich.

Auch wenn wir ganz unterschiedliche Wege gegangen sind. In meinem Herzen hast du noch immer einen festen Platz.

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Abschied von Mami


Ich weiß gar nicht genau, ob ich darüber schon einmal geschrieben habe.  – Es gehören ja auch Mut und Überwindung dazu.

Karl-Peter und ich waren frisch verliebt und es stand irgendwie im Raum, ihn meinen Eltern vorzustellen.
Dagegen sprach aber immer die Krebserkrankung meiner Mutter, ihre zahlreichen Chemotherapien und ihre Erschöpftheit.  – Sie vertröstete mich immer wieder.

Wir waren im Strandkorb an der Ostsee.
Ich hatte gerade noch ein Bad genommen,
da stand Karl-Peter vor mir und sagte:
„Der Engel des Todes war bei mir und hat gesagt,
du sollst deine Mutter anrufen.“
Ich nahm das Handy und rief an.
Mein Vater war am Telefon und ich sagte, wir seien in der Nähe und würden gern auf einen Sprung vorbei kommen.  – Dann hatte ich Mami am Telefon.
Sie würde sich anziehen, sei aber sehr schwach.
Sie würde sich freuen, aber mit der Perücke… die sei so schrecklich warm…

Wie egal mir diese Perücke in diesem Moment war.
Ich bat Karl-Peter mir meinen Vater vom Hals zu halten.
Das versprach er mir.  – Und so fuhren wir hin.

Als wir ankamen, entführte Karl-Peter meinen Vater an seinen PC.
Die beiden waren nicht nur spontan verschwunden, sondern verstanden sich
auch auf Anhieb.

Mami hatte sich aufgerafft und saß mit mir auf der Terrasse.
Wir hielten uns an den Händen, was wir früher nie taten.
Sie plauderte über einen Rollstuhl, der kommen sollte.
Wir wussten beide, dass sie ihn nicht mehr erleben würde.
Wir wussten, dass es Abschied war.
Ein Abschied für immer oder eine lange Zeit.

Eine Weile saßen wir stumm und dann sagte sie:
„Es gibt nichts mehr zu sagen.“ – Wir beide waren in Frieden.

Doch da gab es noch etwas.

„Das einzige, was mich ärgert“, sagte Mami, “ ist, dass
mein verstorbener Vater ständig um mich herum ist.
Er schwirrt durch meine Träume und macht mich wütend.“

Ich konnte ihr da nicht helfen.
Sie sagte, sie sei müde und wolle sich hinlegen.
So rief ich nach meinem Vater und Karl-Peter.
Wir verabschiedeten uns und führen nach Hause.
Am Montag danach fiel sie ins Koma und verstarb
eine Woche später – an ihrem Geburtstag.

Ich bin sehr dankbar für diesen Abschied.

Ricarda

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Einschulung

Peti und ich hofften in eine Klasse zu kommen.
Wir hatten beide den Einschulungstest bestanden.
Da musste man mit einer Hand fünf Kastanien greifen
und sich mit einer Hand über den Kopf an das Ohr fassen.

Kein Problem !

Wir gingen sogar noch nach der Einschulung gemeinsam zur Schule.

Und dann nahm meine Mami mich zur Seite und sagte mir, dass Peti weg zieht.

Ich erinnere ich noch genau, wie wir mit Stricknadeln auf dem Boden hockten
und den Dreck aus den Rillen kratzten, als die Wohnung schon leer geräumt war,
den zwischen den Dielen.
Das ist das Letzte, was ich von Peti weiß. – Dann war er einfach weg.

Mami hat danach noch einmal telefoniert.
Peti hatte Geburtstag und ich sollte gratulieren.
Ich hing also aufgeregt am Telefon und wartete auf Peti.
Und dann hörte ich, er hat keine Lust.
Er hat einen Bagger zum Geburtstag bekommen und spielt damit in der Sandkiste.

Was wohl aus Peti geworden ist ?

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Grünkohl

Peti und ich hatten uns angefreundet. Seine Mutter und meine Mutter hatten irgendwie Kontakt. Beide nähten wohl Mützen. So genau weiß ich das nicht.

Aber eines weiß ich.

Wir hatten gerade Telefon. Die Nummer war 65 90 91

Ich glaube sowas vergisst man nie! Später war sie 65 1 90 91

Wir hatten so ein elfenbeinfarbenes Telefon mit Wählscheibe. Es stand im Wohnzimmer und war noch ganz neu.

Mami rief Frau Möller an. So hieß Petis Mutter. Ich war verschwunden und sie war in heller Aufregung. Frau Möller beruhigte sie. Ich war bei Peti und aß Grünkohl.

Grünkohl????

Das war das Zeug, was ich bisher wohl regelmäßig ausgespuckt hatte! Jedenfalls holte mich Mami sofort ab. Es gab von sofort auf gleich keine Ausrede mehr, kein Grünkohl zu essen, und überhaupt: ich durfte gar nicht über die Straße gehen….

die Welt stand Kopf!

Immerhin hatte ich jetzt einen Freund auf der anderen Straßenseite. Ganz weit weg von zuhause – mit Duldung meiner Mami – und ich betrat eine neue Welt.

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Peti – mein erster Freund

Am Dunckersweg/Ecke Oswaldstraße gab es einen Tante-Emma-Laden.

Nach dem Krieg ließen wir dort auch anschreiben, und es gab dort einfach alles. Es gab sogar Salmi und Dauerlutscher, natürlich frische Milch und Brötchen – eben einfach alles.

Meine Mami ging dort mit uns hin, aber der Laden war sehr lütt. Wenn sie Wochenendeinkauf machte und an der Käsetheke stand, konnte es schon mal länger dauern. Mir war langweilig und so durfte ich vor die Tür.

Zum Laden führten vier Stufen und dabei war eine Stange. Da konnte man runter hangeln. Und das machte ich dann auch.

Als ich da so hangelte, piepste eine Stimme: „Wie heißt du?“ Ich guckte und da war son lütten Jung. Also stellte ich mich auf meine kleinen Beine und beäugte ihn. Da kam seine Mutter raus und sie gingen nach Hause. Die Mutter ging, er hüpfte und ich immer mit Abstand dahinter. „Wollen wir Freunde sein?“ rief er. „Ja,“ antwortete ich und dann kam Mami aus dem Laden. Sie wollte nach Hause, hatte ja zu schleppen.

Und dann ging es über die Straße. Das war die Straße, die verboten war – ohne Mami. Und so hüpften ich auf der einen Seite und er auf der anderen Seite immer ein paar Meter weiter. „Darf ich noch draußen bleiben?“ Eine höchst ungewöhliche Frage für eine Fünfjährige.Aber ich durfte! Und so hüpften wir. Ich auf der einen Seite und er auf der anderen.

Keiner von uns durfte über die Straße gehen – und wir hielten uns daran!

„Wie heißt du? “ rief ich rüber. „Peti“, war die Antwort.

„Komm rüber“, rief er. „Darf ich nicht,“ antwortete ich. Und so hüpften wir beide lange auf den Straßenseiten, aber keiner traute sich über die Straße. Dann wurde es düster. Die Laternen gingen an.

„Ich muss nach `Haus“, rief er und ich: „Ich auch. Bis Morgen.“ „Ja, bis morgen.“

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An Ranys Grab

Als ich an Mamis Grab stand, meinen Vater am Arm,
da hatte ich einen Gedanken:

Alles Streben, alle Kämpfe, Mobbing
– ja – auch das hatte sie erlebt –
das Anhäufen von Schätzen – kleine und große –
und was bleibt am Ende?

Am Ende bleibt ein Sarg, platziert auf ca. zwei Quadratmetern.

Vorbei ist es mit allen Kämpfen, allen Wünschen oder Hoffnungen, Sinnfragen, Zweifeln…

Ich habe meinen Frieden gemacht.

Nach Saschas Tod – dem Tod meines ältesten Sohnes – habe ich meinen Frieden gemacht mit der Vergänglichkeit.  –  Nichts und Niemand bringt sie uns je zurück !
Sie leben nur noch in unserer Erinnerung – wenn wir es zulassen.

Niemand ist wirklich tot, solange jemand an ihn denkt, sagte Nitsche.

Ich denke an meine Lieben und ich denke gern an euch.

Daran schließt sich die Frage an:
Wer wird an dich denken ?
Hast du irgend etwas in deinem Leben getan ?   –  Für wen ?
… und wird er an Dich denken ?

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Meine Weihnachts-Evolution

froehliche-weihnachtenAlle Jahre wieder kommt Weihnachten. Unvermeidlich!

Als Kind ist es ganz anders, als zur Jugendzeit,
als Eltern anders als zur Zeit der Großmutter.

Bei mir liegen dazwischen aber auch
noch viele andere Entwicklungen.

Davon möchte ich euch erzählen.

Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit…

Mit diesem Lied leitete sich in meiner Kindheit die Weihnachtszeit ein.
Ich zerflückte alte Schulhefte, nahm den schwarzen Umschlag,
pauste Weihnachtsmotive auf Butterbrotpapier, übertrug sie auf die dünne Pappe,
schnitt sie aus und hinterklebte sie mit buntem Pergamentpapier.
So entstanden kleine Laternen, die unsere Wohnung schmückten.
Meine hatten schönere Motive!
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Wir bastelten aus buntpapier Papierschlangen
für den Weihnachtsbaum und kleine Kästchen
für den Adventskalender, sangen Weihnachtslieder und backten Plätzchen. Heilig Abend spielte mein Vater auf dem Klavier Ihr Kinderlein kommet…

Dann war Bescherung.
Meine Großeltern waren zu Besuch.
Wir zogen unsere guten Sachen an.
Es gab Kartoffelsalat und Wiener.
Meine kleine Welt war in Ordnung.

Als Jugendliche wollten wir unseren Eltern auch etwas schenken.
Das Klavier gab es nicht mehr. Am Weihnachtsbaum hingen Kugeln
und weniger Süßigkeiten und überhaupt… Lieder und Gedichte kamen
aus dem Plattenspieler und mein kleiner Bruder war im Stimmbruch.
Da war singen gar nicht angesagt. In Mode war inzwischen Julklapp
und so packten wir unsere Geschenke in Tonnen von Mogel-Papier.
Sie wanderten von einem zum anderen, und wir hatten viel Spaß.

Ich zog aus, lernte meinen Mann kennen, bekam Kinder
und meine Eltern flüchteten vor Weihnachten, während meine Schwiegereltern
sehr feste Rituale hatten, zumal Schwiegervater ein Christkind war.
Der Vormittag war angefüllt mit dem Vorbereiten der Platten für den Geburtstags-Empfang, und nachdem sich die Gäste torkelnd ins eigene Heim trollten, begannen bei uns die Vorbereitungen für die Bescherung.
Danach saßen wir vor dem Kamin und freuten uns auf die Weihnachtsgans
am nächsten Tag. – Schwiegervater starb 1984.

Nach seinem Tod wurden mein Mann und ich Zeugen Jehovas
und blieben es (ich) 15 Jahre lang.
Weihnachten gehört zu jenen Dingen, die Zeugen Jehovas nicht feiern.
So trennte ich mich von meinem lila-Tannenschmuck, der Krippe,
der Weihnachtspyramide und vielen anderen Dingen, die mit Weihnachten zu tun hatten. Während andere zur Weihnachtszeit durch die Geschäfte hetzten,
machte ich die Steuererklärung und freute mich, Zeit zu haben.
Als Zeuge Jehovas erlebt man Weihnachten in Form von Vermeidung.
Das geht so weit, auf den Gruß Fröhliche Weihnachten
mit Ihnen auch eine schöne Zeit zu antworten.

Mit meinem Ausstieg begann eine Phase des neuen Forschens.
Ich las unglaublich viele Bücher, besuchte als Kontaktstudierende die Uni,
auch Theologie, und diskutierte mit unzähligen Menschen über dies und das
und Weihnachten.

Meine beiden Lütten, die erst geboren wurden, nachdem wir Zeugen waren,
hatten noch nie Weihnachten gefeiert. An das erste mal denke ich gern zurück:

Ich hatte meinen Mann verlassen. Mein Bruder unterstütze mich,
auch finanziell und wir kauften eine Tannenbaum von ein Meter Höhe.
Eine Kundin schenkte uns ihren Christbaumschmuck.
Wir überließen das Schmücken den Lütten und kauften ein.
Da erreichte mich ein verzweifelter Anruf des Jüngsten:
„Mama, da ist son silbriges Zeug. Was sollen wir damit machen?“ –
„Das ist Lametta. Das hängt man über die Zweige“, antwortete ich.
Als wir nach Hause kamen, konnten wir uns vor Lachen nicht halten.
Der Christbaumschmuck war offensichtlich für einen weit größeren Baum gedacht.
Vor lauter Lametta war von dem Bäumchen nichts mehr zu sehen!
Wir hatten trotzdem unseren Spaß zusammen.
Der Sinn von Weihnachten erschloss sich den Kindern jedoch nicht wirklich.

Erst nach vielen Jahren und etlichen Diskussionen begann ich
wieder etwas Freude an Weihnachten zu empfinden. Das verdanke ich diesem Video:

Es half mir, mich von den Zeugen-Altlasten zu befreien und Weihnachten auch emotional wieder zuzulassen. –  Aber welches Weihnachten ?

Nachdem ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde, die einen politischen Zweck verfolgten und Ähnlichkeiten zu anderen Heilanden, die lange vor Jesus lebten, kann ich mit der christlichen Weihnacht nichts mehr anfangen. Dazu hat dieses Video auch beigetragen:

Ich versuchte es zunächst mit Gänsebraten, Fondue und Rudolf mit der roten Nase
und machte mich auf die Suche nach Weihnachten ohne christlichen Hintergrund.
Das endet aber spätestens im Supermarkt, wo man mit Weihnachtsliedern berieselt wird.

Bei den Zeugen Jehovas habe ich gelernt, dass Weihnachten heidnischen Ursprungs ist.
Es soll auf die Römer zurück gehen, die Lichter anzündeten, um die Sonne zur Sonnenwendfeier zu begrüßen.

Wahrscheinlich haben die Menschen die Sonne aber schon immer begrüßt,
wenn die Tage wieder länger wurden. Diesen Gedanken finde ich übrigens schön. (Derzeitiger Stand meiner Weihnachts-Evolution).
Ich sehne diesen Wendepunkt herbei – jedes Jahr wieder.
Diesmal ist er am 21. Dezember 2016, um 11:44 Uhr.

Ricarda

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Das hat Sascha gemacht

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das auch
tzu

redscorp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Was wirklich zählt im Leben

Ricarda 2016

Ich habe schon viele Interviews gegeben. Aber dieses war ein ganz besonderes.

Sandra Maxeiner wollte mit mir ein Interview zu Mobbing machen und ich sagte zu.  Nach einem Blick auf ihre Seite musste ich passen, denn sie suchte Leute, die sich ehrenamtlich betätigen. Ich jedoch verdiene damit meinen Lebensunterhalt. Wie schade.

Allerdings bin ich in einem anderen Bereich auch ehrenamtlich tätig.
Seit 2004 begleite ich Menschen, die die Zeugen Jehovas verlassen möchten.
Das fand sie spannend und wir vereinbarten einen Termin für ein Interview.
Es wurde in der Huffingten Post veröffentlicht und ist jetzt auch in Ihrem Buch nachzulesen.

Karl-Peter hat sich so darüber gefreut,
dass er gestern dazu einen Blogbeitrag geschrieben hat.

Sandra Maxeiner ist es in diesem Interview gelungen,
das übergeordnete Thema meines Lebens darzustellen.

Wer das Glück hat von ihr interviewt zu werden,
für den wird der eigene Lebenssinn sehr klar.

Danke für dieses tolle Interview.
Dank dieses Buches wird es der Nachwelt erhalten bleiben.

Ricarda

.  Margit Ricarda Rolf  –  im Botanischen Garten in Hamburg  (Klein Flottbek)

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Mein kleiner Bruder – Manfred Hedtke

poker

Kleine Brüder bleiben immer kleine Brüder,
auch wenn sie körperlich größer sind.

Wir verstehen uns gut und sind füreinander da.
So gehört Manfred auch zu den Gründungsmitgliedern
der Mobbing-Zentrale, obwohl das so gar nicht sein Thema ist.
Er ist eher der Computer-Mensch.

 

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Meine Mami – Rany Hedtke, geb. Henrichs

Rany

 

Für mich steht fest:
Meine Mami war die schönste Frau der Welt
und dies ist mein Lieblingsfoto von ihr.

 

 

 

Wenn ich eine Charaktereigenschaft mit ihr in Verbindung bringen sollte, dann wäre es Fröhlichkeit.

Wir haben es geliebt, stundenlang gemeinsam spazieren zu gehen und zu reden. Ob durch den Bloomspark oder am Strand in Dahme, wir schlenderten nebeneinander her und redeten. Über Gott und die Welt, meinen Vater oder Bruder, meine Kinder, die Familie, berufliche Probleme oder ein Rezept.  – Uns ging der Gesprächsstoff nie aus.

So war meine Mami eher Freundin als Mutter,
was mich sicher überfordert hätte,
wenn ich nicht so ein ernstes Kind gewesen wäre.
So nannte mich Mami denn auch „mein Problemchen“.
Ich zerbrach mir schon als Kind meinen Kopf über die hungernden Kinder in Biafra, Kriege, Krebs und die Gleichgültigkeit der Menschen.

Sie starb mit 69 Jahren an den Folgen von Brustkrebs nach vier Chemotherapien.
Ich vermisse sie sehr.

Rany wurde am 21.08.1933 geboren und starb am 21.08 2002.
Sie starb an den Folgen von Brustkrebs. Ich habe gehofft, sie könnte den Krebs besiegen,
aber nachdem ihr eine Brust abgenommen wurde und die Lymphknoten
und sie zwei Jahre Ruhe hatte, hatten sich Metastasen auf der Leber gebildet.
Sie trug durch 4 Chemotherapien dazu bei, dass geforscht werden konnte.
Aber dann entschied sie sich, zu sterben. – Es war genug.

Als gläubige Christin bat sie Jesus noch um zwei weitere Jahre Leben
und ich bat sie um 20 weitere Jahre zu bitten.
„Lass es gut sein,“ war ihre Antwort. Zwei Jahre sind genug.
Ihr wurden fünf geschenkt und sie regelte ihre Angelegenheiten.
Noch kurz vor ihrem Tod tanzte sie zur Musik, die mein Vater auf der Heimorgel
für sie spielte und mir war es vergönnt von ihr Abschied zu nehmen.
Wir hielten uns an den Händen und es gab nichts mehr zu sagen.
7 Tage danach fiel sie ins Koma und an ihrem Geburtstag wurde sie erlöst.

Wie schön, dass es jetzt das Internet gibt.
So kann man sich an liebe Menschen erinnern.
Das ist besser als das schönste Grab.

Ricarda

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Kann es sein…? Rotes Sofa

rotes Sofa„Mami, Mami,“ ich rannte aufgeregt zu Mami
in die Stube.
„Kann es sein, dass es mich gar nicht gibt?“
Mami sah mich an und überlegte wohl.
„Kann es sein, dass irgendwo ein Kind auf einem roten Sofa liegt und mich nur träumt?“

Wir hatten so ein rotes Sofa.
Ich legte mich gern dort hin und träumte manchmal.

Ich war fünf Jahre alt, als ich Mami die Frage stellte.

Sie sah mich an und plötzlich zwickte sie mich in den Arm.
„Hast du das gemerkt?“ fragte sie.
Ja, das hatte ich.
„Dann gibt es dich,“ sagte sie.
„Ach mein Problemchen,“ ergänzte sie, nahm mich in den Arm
und damit war das Problem für sie erledigt.
Für mich (vorläufig) auch.

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Sascha – mein Trauerjahr

Sascha Grab

Ein Jahr ist mein Kind jetzt tot.

Ich habe mir Zeit genommen für mich und mein Kind. Was heißt das? Sonntag, wenn der Rest der Familie eher ausschläft, bin ich Frühaufsteherin zum Grab gefahren, habe Sascha eine Rose gebracht und Zwiesprache gehalten. Eine Zeit der Besinnung für mich.

Vieles blieb ungeklärt. Die Frage nach dem warum?

Aber eines war völlig klar. Auch mein Leben ist endlich. So habe ich in diesem Jahr viele Konsequenzen gezogen. Bei jedem Stück Papier hat mich die Frage begleitet, ob es Wert ist für die Nachwelt erhalten zu bleiben. Der Schredder war in diesem Jahr mein bester Freund. Vieles, was ich noch vor Jahren für wertvoll hielt – in Papierform – erweist sich Dank Internet heute als überflüssig.

Sascha fehlt.

Ich, der ewige DAU, kann nicht mal eben anrufen und fragen. Und niemand sagt dann zu mir: „Mama, das ist doch ganz einfach. So eine Frage kann auch nur ein DAU stellen.“

Sascha Clemens Rolf

Sascha Clemens Rolf

Klick. Klick. Lösung.

Beim Weg-Schreddern fiel mir ein Dokument in die Hände. – Es hat mich
an unsere schönste Zeit erinnert.

Ein Jahr lang haben wir gemeinsam
eine Radiosendung gemacht
beim Offenen Kanal:
.                      Sprechstunde Mobbing.

Da habe ich unter Saschas Regie gearbeitet und es hat unglaublich viel Spaß gemacht.

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Wir haben uns entschlossen im nächsten Jahr Fernsehen zu machen
und erhielten gerade die Einweisung mit den Kameras und im Schneideraum.
Da schloss der Offenen Kanal.
Sehr schade.
Nur ein Brief erinnert an diese Zeit.

Ricarda

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Aktive Sterbehilfe – das ist Verantwortung

Ich bin meinem Sohn Sascha unendlich dankbar, dass mir diese Entscheidung erspart geblieben ist. Wäre es anders gekommen, hätte ich mich immer an meinen Schwur gebunden gefühlt.

Jeder Mensch sollte das Recht haben auf ein Leben in Würde und auf ein Sterben in Würde. Um es mal knallhart zu formulieren: was geht mich der Schwur irgendeines Arztes an, den er geleistet hat, um Karriere zu machen? Ich habe großen Respekt vor jedem Arzt, der das Wohl seines Patienten in den Vordergrund rückt.

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Ricarda

Margit Ricarda Rolf

Margit Ricarda Rolf

Das bin ICH !

Und hier gibt es noch mehr ….      KLiCK

Mobbing-Zentrale   Der Blog

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Der Mauerfall – wie ich ihn erlebt habe

Ricarda-P1

So viele schreiben über den Mauerfall, dann werde ich das jetzt auch einmal tun.

Wir hatten natürlich in den Nachrichten davon gehört. Aber das Leben geht weiter. Wie jeden Morgen fuhr ich mit dem Fahrrad zur Grenze. Ich hatte dort eine Putzstelle, mit der ich mir etwas Taschengeld dazu verdiente.
Die Grenzstation bestand aus zwei Teilen, den der Grenzer – dort putzte ich – und den vom Zoll – dort war eine Kollegin.

Ich war im Klo am Putzen, hatte meine Gummihandschuhe an und ein junger Grenzer kam ins Klo und rief: „Frau Rolf, kommen Sie mal schnell. Ihre Brüder sind da.“ Ich war damals eine Zeugin Jehovas und da ich gern gepredigt habe, wusste das natürlich auch jeder. Ich dachte der junge Mann wollte mich auf den Arm nehmen. Aber er beharrte darauf: „Kommen Sie schnell. Die stehen mit ihrem Trabi vor der Tür. Die haben auch nicht viel Zeit.“ Ich zog die Gummihandschuhe aus, wusch mir die Hände und ging vor die Tür.

Sonja und ihr Mann standen dort, fielen mir um den Hals und Sonja sagte: „Wir konnten es nicht glauben, als es in den Nachrichten kam. Wir wollten uns selbst überzeugen.
Da wir wussten, dass du hier arbeitest, haben wir uns in den Trabi gesetzt und sind mal schnell über die Grenze. Aber wir müssen gleich wieder zurück. Die Lütte muss ja zur Schule.“ – „Na, hoffentlich lassen sie euch wieder rein,“ antwortete ich. Es war gegen 7:15 Uhr. Meine Arbeitszeit ging von 6 Uhr bis 7:30 Uhr. „Ihr habt Glück, dass ihr mich noch erwischt habt.“ Wir umarmten uns, trugen Grüße auf an die Familien und die Brüder der Nachbarversammlung, dann fuhren sie auch schon wieder davon. Ich winkte Ihnen nach und der junge Grenzbeamte freute sich und sagte: „Sag ich doch, Frau Rolf, ihre Brüder sind da und Sie wollten mir nicht glauben.“

Die Bilder, die sich in den folgenden Tagen und Wochen in Lauenburg abgespielt haben, sind in den Medien bekannt. Aber das hier ist mein ganz persönliches Mauerfall-Erlebnis.

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Sascha Clemens Rolf – Beisetzung

Beerdigung Sascha

Beisetzung – Sascha

Gestern fand die Trauerfeier für meinen ältesten Sohn Sascha statt, der am 05. Oktober 2014 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben ist. Sascha hinterlässt seine Ehefrau, einen Sohn, drei Geschwister, seine Eltern und viele Verwandte, Freunde, Nachbarn. Ihr wart alle sehr tapfer gestern und ich danke euch allen, dass ihr Sascha die letzte Ehre erwiesen habt.

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Sascha – PC + Internet

Sascha Clemens Rolf

Sascha Clemens Rolf

So wie andere Leute Auto fahren, war Sascha mit PC, Internet und Programmen vertraut. Das war seine Welt. Kein Problem, das er nicht im Handumdrehen hätte lösen können.

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Sascha – verliebt

junge Liebe

Sascha Clemens Rolf + seine Verlobte Claudia

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da spielt die Mama nicht mehr eine so bedeutende Rolle im Leben eines Sohnes. Die Frau an seiner Seite ist seine damalige Verlobte und spätere Ehefrau. Glück muss man nicht kommentieren.

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Sascha – und seine Träume

Träumer

Wenn man jung ist, glaubt man, alles erreichen zu können. Sascha war da nicht anders als andere junge Leute. Er träumte davon in die USA auszuwandern. Bill Gates war sein Vorbild. Bereits als achtjähriger konnte er besser als wir alle auf dem C 64 Paperboy spielen. Mit 16 war er mit jungen Hackern befreundet. Das Internet eröffnete ihm eine neue Welt, in der er mehr zuhause war als ich. Durch Spiele lernte er programmieren; durch einen Lehrer die Programmsprache C. Das alles fiel ihm leicht.

Mit mir war er geduldig und zeigte mir, wie die Spiele und das Internet funktionieren. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.

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Sascha – Fundstücke

Sascha - Bewerbungsfoto

Sascha - Foto

Irgendwo habe ich noch ein Foto von Sascha mit blond gefärbten Haaren.

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Sascha – Tischtennis

Sascha - Tischtennis

Wenn man einen Opa hat, der toll Tischtennis spielen kann, eine Mutter und einen Onkel, die auch gern Tischtennis spielen, dann lernt man das schon als Kind. Sascha hat zwar auch mit uns Tischtennis gespielt, aber sein Herz schlug für den Fußball. Das hatte er mehr mit dem Vater gemeinsam.

Trotzdem gab er sich Mühe und war ein ganz passabler Gegner.

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Sascha – der Schulfotograf war da

Sascha - Schulfotograf

Sascha Clemens Rolf

Schulfotograf-Termine waren immer heikel. Als die Kinder klein waren, kamen sie nicht drum herum. Später hat sich Sascha vor solchen Terminen gern gedrückt. Meine Güte, was war das für ein süßer Bengel.

Das muss wohl im zweiten Schuljahr gewesen sein.

 

 

 

 

 

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Sascha und das Wasser

Sascha - Wasserrutsche 1

Auch im Wasser konnten wir uns immer auf Sascha verlassen. Er selbst liebte es zu rutschen, zu schwimmen und zu springen.

Diese Liebe übertrug sich auch auf seine Geschwister. Sascha war immer da, damit ich beruhigt war.  Mit Sascha ließ ich sie jederzeit ins Wasser.

Und auch als der Lütte seine ersten Versuche machte, verließ ich mich darauf, dass Sascha am Ende der Rutsche sein würde.

Sascha - Wasserrutsche 2

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sascha – aufpassen auf die Lütten

Sascha - aufpassen auf die Lütten

Als der Jüngste zur Welt kam, waren wir darauf angewiesen, dass ich Teilzeit wieder arbeiten ging. Ohne Sascha hätte das nicht funktioniert. Vor der Schule zog er den Lütten an, brachte ihn zur Kita, später zur Tagesmutter und holte ihn gegen Abend wieder ab. Das war manchmal ziemlich stressig, besonders im Winter. Im Sommer dagegen war er ganz entspannt. Die Kleinen gehorchten ihm und liebten ihren großen Bruder.

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Sascha und der Fußball

Sascha und der Fußball

Sobald Sascha sicher auf den Beinen stand, spielte er mit seinem Vater Fußball. Später nahm er seine Geschwister, bis auf den ganz Kleinen, mit auf den Fußballplatz fast jeden Tag! Sein Traum war es Profifußballer zu werden. Daraus wurde nichts, denn ein Kreuzbandriss machte das unmöglich. Danach waren seine Möglichkeiten länger Fußball zu spielen eingeschränkt.

Was Sascha vom Rest der Familie unterschied: mein Ex-Mann war HSV-Fan, zwei seiner Geschwister Bayern-Fan und er liebte Borussia Dortmund. Einig waren sie sich, wenn Deutschland spielte.

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