Meine Weihnachts-Evolution

froehliche-weihnachtenAlle Jahre wieder kommt Weihnachten. Unvermeidlich!

Als Kind ist es ganz anders, als zur Jugendzeit,
als Eltern anders als zur Zeit der Großmutter.

Bei mir liegen dazwischen aber auch
noch viele andere Entwicklungen.

Davon möchte ich euch erzählen.

Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit…

Mit diesem Lied leitete sich in meiner Kindheit die Weihnachtszeit ein.
Ich zerflückte alte Schulhefte, nahm den schwarzen Umschlag,
pauste Weihnachtsmotive auf Butterbrotpapier, übertrug sie auf die dünne Pappe,
schnitt sie aus und hinterklebte sie mit buntem Pergamentpapier.
So entstanden kleine Laternen, die unsere Wohnung schmückten.
Meine hatten schönere Motive!
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Wir bastelten aus buntpapier Papierschlangen
für den Weihnachtsbaum und kleine Kästchen
für den Adventskalender, sangen Weihnachtslieder und backten Plätzchen. Heilig Abend spielte mein Vater auf dem Klavier Ihr Kinderlein kommet…

Dann war Bescherung.
Meine Großeltern waren zu Besuch.
Wir zogen unsere guten Sachen an.
Es gab Kartoffelsalat und Wiener.
Meine kleine Welt war in Ordnung.

Als Jugendliche wollten wir unseren Eltern auch etwas schenken.
Das Klavier gab es nicht mehr. Am Weihnachtsbaum hingen Kugeln
und weniger Süßigkeiten und überhaupt… Lieder und Gedichte kamen
aus dem Plattenspieler und mein kleiner Bruder war im Stimmbruch.
Da war singen gar nicht angesagt. In Mode war inzwischen Julklapp
und so packten wir unsere Geschenke in Tonnen von Mogel-Papier.
Sie wanderten von einem zum anderen, und wir hatten viel Spaß.

Ich zog aus, lernte meinen Mann kennen, bekam Kinder
und meine Eltern flüchteten vor Weihnachten, während meine Schwiegereltern
sehr feste Rituale hatten, zumal Schwiegervater ein Christkind war.
Der Vormittag war angefüllt mit dem Vorbereiten der Platten für den Geburtstags-Empfang, und nachdem sich die Gäste torkelnd ins eigene Heim trollten, begannen bei uns die Vorbereitungen für die Bescherung.
Danach saßen wir vor dem Kamin und freuten uns auf die Weihnachtsgans
am nächsten Tag. – Schwiegervater starb 1984.

Nach seinem Tod wurden mein Mann und ich Zeugen Jehovas
und blieben es (ich) 15 Jahre lang.
Weihnachten gehört zu jenen Dingen, die Zeugen Jehovas nicht feiern.
So trennte ich mich von meinem lila-Tannenschmuck, der Krippe,
der Weihnachtspyramide und vielen anderen Dingen, die mit Weihnachten zu tun hatten. Während andere zur Weihnachtszeit durch die Geschäfte hetzten,
machte ich die Steuererklärung und freute mich, Zeit zu haben.
Als Zeuge Jehovas erlebt man Weihnachten in Form von Vermeidung.
Das geht so weit, auf den Gruß Fröhliche Weihnachten
mit Ihnen auch eine schöne Zeit zu antworten.

Mit meinem Ausstieg begann eine Phase des neuen Forschens.
Ich las unglaublich viele Bücher, besuchte als Kontaktstudierende die Uni,
auch Theologie, und diskutierte mit unzähligen Menschen über dies und das
und Weihnachten.

Meine beiden Lütten, die erst geboren wurden, nachdem wir Zeugen waren,
hatten noch nie Weihnachten gefeiert. An das erste mal denke ich gern zurück:

Ich hatte meinen Mann verlassen. Mein Bruder unterstütze mich,
auch finanziell und wir kauften eine Tannenbaum von ein Meter Höhe.
Eine Kundin schenkte uns ihren Christbaumschmuck.
Wir überließen das Schmücken den Lütten und kauften ein.
Da erreichte mich ein verzweifelter Anruf des Jüngsten:
„Mama, da ist son silbriges Zeug. Was sollen wir damit machen?“ –
„Das ist Lametta. Das hängt man über die Zweige“, antwortete ich.
Als wir nach Hause kamen, konnten wir uns vor Lachen nicht halten.
Der Christbaumschmuck war offensichtlich für einen weit größeren Baum gedacht.
Vor lauter Lametta war von dem Bäumchen nichts mehr zu sehen!
Wir hatten trotzdem unseren Spaß zusammen.
Der Sinn von Weihnachten erschloss sich den Kindern jedoch nicht wirklich.

Erst nach vielen Jahren und etlichen Diskussionen begann ich
wieder etwas Freude an Weihnachten zu empfinden. Das verdanke ich diesem Video:

Es half mir, mich von den Zeugen-Altlasten zu befreien und Weihnachten auch emotional wieder zuzulassen. –  Aber welches Weihnachten ?

Nachdem ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde, die einen politischen Zweck verfolgten und Ähnlichkeiten zu anderen Heilanden, die lange vor Jesus lebten, kann ich mit der christlichen Weihnacht nichts mehr anfangen. Dazu hat dieses Video auch beigetragen:

Ich versuchte es zunächst mit Gänsebraten, Fondue und Rudolf mit der roten Nase
und machte mich auf die Suche nach Weihnachten ohne christlichen Hintergrund.
Das endet aber spätestens im Supermarkt, wo man mit Weihnachtsliedern berieselt wird.

Bei den Zeugen Jehovas habe ich gelernt, dass Weihnachten heidnischen Ursprungs ist.
Es soll auf die Römer zurück gehen, die Lichter anzündeten, um die Sonne zur Sonnenwendfeier zu begrüßen.

Wahrscheinlich haben die Menschen die Sonne aber schon immer begrüßt,
wenn die Tage wieder länger wurden. Diesen Gedanken finde ich übrigens schön. (Derzeitiger Stand meiner Weihnachts-Evolution).
Ich sehne diesen Wendepunkt herbei – jedes Jahr wieder.
Diesmal ist er am 21. Dezember 2016, um 11:44 Uhr.

Ricarda

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Das hat Sascha gemacht

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Was wirklich zählt im Leben

Ricarda 2016

Ich habe schon viele Interviews gegeben. Aber dieses war ein ganz besonderes.

Sandra Maxeiner wollte mit mir ein Interview zu Mobbing machen und ich sagte zu.  Nach einem Blick auf ihre Seite musste ich passen, denn sie suchte Leute, die sich ehrenamtlich betätigen. Ich jedoch verdiene damit meinen Lebensunterhalt. Wie schade.

Allerdings bin ich in einem anderen Bereich auch ehrenamtlich tätig.
Seit 2004 begleite ich Menschen, die die Zeugen Jehovas verlassen möchten.
Das fand sie spannend und wir vereinbarten einen Termin für ein Interview.
Es wurde in der Huffingten Post veröffentlicht und ist jetzt auch in Ihrem Buch nachzulesen.

Karl-Peter hat sich so darüber gefreut,
dass er gestern dazu einen Blogbeitrag geschrieben hat.

Sandra Maxeiner ist es in diesem Interview gelungen,
das übergeordnete Thema meines Lebens darzustellen.

Wer das Glück hat von ihr interviewt zu werden,
für den wird der eigene Lebenssinn sehr klar.

Danke für dieses tolle Interview.
Dank dieses Buches wird es der Nachwelt erhalten bleiben.

Ricarda

.  Margit Ricarda Rolf  –  im Botanischen Garten in Hamburg  (Klein Flottbek)

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Mein kleiner Bruder – Manfred Hedtke

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Kleine Brüder bleiben immer kleine Brüder, auch wenn sie körperlich größer sind.

Wir verstehen uns gut und sind füreinander da. So gehört Manfred auch zu den Gründungsmitgliedern der Mobbing-Zentrale, obwohl das so gar nicht sein Thema ist. Er ist eher der Computermensch.

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Meine Mami – Rany Hedtke, geb. Henrichs

Rany

Für mich steht fest: meine Mami war die schönste Frau der Welt und dies ist mein Lieblingsfoto von ihr.

 

 

 

 

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Wenn ich eine Charaktereigenschaft mit ihr in Verbindung bringen sollte, dann wäre es Fröhlichkeit.

Wir haben es geliebt, stundenlang gemeinsam spazieren zu gehen und zu reden. Ob durch den Bloomspark oder am Strand in Dahme, wir schlenderten nebeneinander her und redeten. Über Gott und die Welt, meinen Vater oder Bruder, meine Kinder, die Familie, berufliche Probleme oder ein Rezept. Uns ging der Gesprächsstoff nie aus.

So war meine Mami eher Freundin als Mutter, was mich sicher überfordert hätte, wenn ich nicht so ein ernstes Kind gewesen wäre. So nannte mich Mami denn auch „mein Problemchen“. Ich zerbrach mir schon als Kind meinen Kopf über die hungernden Kinder in Biafra, Kriege, Krebs und die Gleichgültigkeit der Menschen.

Sie starb mit 69 Jahren an den Folgen von Brustkrebs nach vier Chemotherapien. Ich vermisse sie sehr.

Rany wurde am 21.08.1933 geboren und starb am 21.08 2002.
Sie starb an den Folgen von Brustkrebs. Ich habe gehofft, sie könnte den Krebs besiegen, aber nachdem ihr eine Brust abgenommen wurde und die Lymphknoten und sie zwei Jahre Ruhe hatte, hatten sich Metastasen auf der Leber gebildet. Sie trug durch 4 Chemotherapien dazu bei, dass geforscht werden konnte. Aber dann entschied sie sich, zu sterben. Es war genug.
Als gläubige Christin bat sie Jesus noch um zwei weitere Jahre Leben und ich bat sie um 20 weitere Jahre zu bitten. „Lass es gut sein,“ war ihre Antwort. Zwei Jahre sind genug.

Ihr wurden fünf geschenkt und sie regelte ihre Angelegenheiten. Noch kurz vor ihrem Tod tanzte sie zur Musik, die mein Vater auf der Heimorgel für sie spielte und mir war es vergönnt von ihr Abschied zu nehmen. Wir hielten uns an den Händen und es gab nichts mehr zu sagen. 7 Tage danach fiel sie ins Koma und an ihrem Geburtstag wurde sie erlöst.

Wie schön, dass es jetzt das Internet gibt. So kann man sich an liebe Menschen erinnern. Das ist besser als das schönste Grab.

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Kann es sein…? Rotes Sofa

rotes Sofa

„Mami, Mami,“ ich rannte aufgeregt zu Mami in die Stube. „Kann es sein, dass es mich gar nicht gibt?“ Mami sah mich an und überlegte wohl. „Kann es sein, dass irgendwo ein Kind auf einem roten Sofa liegt und mich nur träumt?“ Wir hatten so ein rotes Sofa. Ich legte mich gern dort hin und träumte manchmal. Ich war fünf Jahre alt, als ich Mami die Frage stellte.

Sie sah mich an und plötzlich zwickte sie mich in den Arm. „Hast du das gemerkt?“ fragte sie. Ja, das hatte ich. „Dann gibt es dich,“ sagte sie. „Ach mein Problemchen,“ ergänzte sie, nahm mich in den Arm und damit war das Problem für sie erledigt. Für mich (vorläufig) auch.

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Sascha – mein Trauerjahr

Sascha Grab

Ein Jahr ist mein Kind jetzt tot.

Ich habe mir Zeit genommen für mich und mein Kind. Was heißt das? Sonntag, wenn der Rest der Familie eher ausschläft, bin ich Frühaufsteherin zum Grab gefahren, habe Sascha eine Rose gebracht und Zwiesprache gehalten. Eine Zeit der Besinnung für mich.

Vieles blieb ungeklärt. Die Frage nach dem warum?

Aber eines war völlig klar. Auch mein Leben ist endlich. So habe ich in diesem Jahr viele Konsequenzen gezogen. Bei jedem Stück Papier hat mich die Frage begleitet, ob es Wert ist für die Nachwelt erhalten zu bleiben. Der Schredder war in diesem Jahr mein bester Freund. Vieles, was ich noch vor Jahren für wertvoll hielt – in Papierform – erweist sich Dank Internet heute als überflüssig.

Sascha fehlt.

Ich, der ewige DAU, kann nicht mal eben anrufen und fragen. Und niemand sagt dann zu mir: „Mama, das ist doch ganz einfach. So eine Frage kann auch nur ein DAU stellen.“

Sascha Clemens Rolf

Sascha Clemens Rolf

Klick. Klick. Lösung.

Beim Wegschreddern fiel mir ein Dokument in die Hände. Es hat mich an unsere schönste Zeit erinnert. Ein Jahr lang haben wir gemeinsam eine Radiosendung gemacht beim Offenen Kanal: Sprechstunde Mobbing. Da habe ich unter Saschas Regie gearbeitet und es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben uns entschlossen im nächsten Jahr Fernsehen zu machen, hatten gerade die Einweisung mit den Kameras und im Schneideraum, da schloss der Offenen Kanal. Sehr schade.

Nur ein Brief erinnert an diese Zeit.

Ich lade ihn als Dokument hoch.

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Aktive Sterbehilfe – das ist Verantwortung

Ich bin meinem Sohn Sascha unendlich dankbar, dass mir diese Entscheidung erspart geblieben ist. Wäre es anders gekommen, hätte ich mich immer an meinen Schwur gebunden gefühlt.

Jeder Mensch sollte das Recht haben auf ein Leben in Würde und auf ein Sterben in Würde. Um es mal knallhart zu formulieren: was geht mich der Schwur irgendeines Arztes an, den er geleistet hat, um Karriere zu machen? Ich habe großen Respekt vor jedem Arzt, der das Wohl seines Patienten in den Vordergrund rückt.

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Ricarda

Margit Ricarda Rolf

Margit Ricarda Rolf

Das bin ICH !

Und hier gibt es noch mehr ….      KLiCK

Mobbing-Zentrale   Der Blog

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Der Mauerfall – wie ich ihn erlebt habe

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So viele schreiben über den Mauerfall, dann werde ich das jetzt auch einmal tun.

Wir hatten natürlich in den Nachrichten davon gehört. Aber das Leben geht weiter. Wie jeden Morgen fuhr ich mit dem Fahrrad zur Grenze. Ich hatte dort eine Putzstelle, mit der ich mir etwas Taschengeld dazu verdiente.
Die Grenzstation bestand aus zwei Teilen, den der Grenzer – dort putzte ich – und den vom Zoll – dort war eine Kollegin.

Ich war im Klo am Putzen, hatte meine Gummihandschuhe an und ein junger Grenzer kam ins Klo und rief: „Frau Rolf, kommen Sie mal schnell. Ihre Brüder sind da.“ Ich war damals eine Zeugin Jehovas und da ich gern gepredigt habe, wusste das natürlich auch jeder. Ich dachte der junge Mann wollte mich auf den Arm nehmen. Aber er beharrte darauf: „Kommen Sie schnell. Die stehen mit ihrem Trabi vor der Tür. Die haben auch nicht viel Zeit.“ Ich zog die Gummihandschuhe aus, wusch mir die Hände und ging vor die Tür.

Sonja und ihr Mann standen dort, fielen mir um den Hals und Sonja sagte: „Wir konnten es nicht glauben, als es in den Nachrichten kam. Wir wollten uns selbst überzeugen.
Da wir wussten, dass du hier arbeitest, haben wir uns in den Trabi gesetzt und sind mal schnell über die Grenze. Aber wir müssen gleich wieder zurück. Die Lütte muss ja zur Schule.“ – „Na, hoffentlich lassen sie euch wieder rein,“ antwortete ich. Es war gegen 7:15 Uhr. Meine Arbeitszeit ging von 6 Uhr bis 7:30 Uhr. „Ihr habt Glück, dass ihr mich noch erwischt habt.“ Wir umarmten uns, trugen Grüße auf an die Familien und die Brüder der Nachbarversammlung, dann fuhren sie auch schon wieder davon. Ich winkte Ihnen nach und der junge Grenzbeamte freute sich und sagte: „Sag ich doch, Frau Rolf, ihre Brüder sind da und Sie wollten mir nicht glauben.“

Die Bilder, die sich in den folgenden Tagen und Wochen in Lauenburg abgespielt haben, sind in den Medien bekannt. Aber das hier ist mein ganz persönliches Mauerfall-Erlebnis.

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Sascha Clemens Rolf – Beisetzung

Beerdigung Sascha

Beisetzung – Sascha

Gestern fand die Trauerfeier für meinen ältesten Sohn Sascha statt, der am 05. Oktober 2014 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben ist. Sascha hinterlässt seine Ehefrau, einen Sohn, drei Geschwister, seine Eltern und viele Verwandte, Freunde, Nachbarn. Ihr wart alle sehr tapfer gestern und ich danke euch allen, dass ihr Sascha die letzte Ehre erwiesen habt.

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Sascha – PC + Internet

Sascha Clemens Rolf

Sascha Clemens Rolf

So wie andere Leute Auto fahren, war Sascha mit PC, Internet und Programmen vertraut. Das war seine Welt. Kein Problem, das er nicht im Handumdrehen hätte lösen können.

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Sascha – verliebt

junge Liebe

Sascha Clemens Rolf + seine Verlobte Claudia

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da spielt die Mama nicht mehr eine so bedeutende Rolle im Leben eines Sohnes. Die Frau an seiner Seite ist seine damalige Verlobte und spätere Ehefrau. Glück muss man nicht kommentieren.

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Sascha – und seine Träume

Träumer

Wenn man jung ist, glaubt man, alles erreichen zu können. Sascha war da nicht anders als andere junge Leute. Er träumte davon in die USA auszuwandern. Bill Gates war sein Vorbild. Bereits als achtjähriger konnte er besser als wir alle auf dem C 64 Paperboy spielen. Mit 16 war er mit jungen Hackern befreundet. Das Internet eröffnete ihm eine neue Welt, in der er mehr zuhause war als ich. Durch Spiele lernte er programmieren; durch einen Lehrer die Programmsprache C. Das alles fiel ihm leicht.

Mit mir war er geduldig und zeigte mir, wie die Spiele und das Internet funktionieren. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.

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Sascha – Fundstücke

Sascha - Bewerbungsfoto

Sascha - Foto

Irgendwo habe ich noch ein Foto von Sascha mit blond gefärbten Haaren.

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Sascha – Tischtennis

Sascha - Tischtennis

Wenn man einen Opa hat, der toll Tischtennis spielen kann, eine Mutter und einen Onkel, die auch gern Tischtennis spielen, dann lernt man das schon als Kind. Sascha hat zwar auch mit uns Tischtennis gespielt, aber sein Herz schlug für den Fußball. Das hatte er mehr mit dem Vater gemeinsam.

Trotzdem gab er sich Mühe und war ein ganz passabler Gegner.

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Sascha – der Schulfotograf war da

Sascha - Schulfotograf

Sascha Clemens Rolf

Schulfotograf-Termine waren immer heikel. Als die Kinder klein waren, kamen sie nicht drum herum. Später hat sich Sascha vor solchen Terminen gern gedrückt. Meine Güte, was war das für ein süßer Bengel.

Das muss wohl im zweiten Schuljahr gewesen sein.

 

 

 

 

 

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Sascha und das Wasser

Sascha - Wasserrutsche 1

Auch im Wasser konnten wir uns immer auf Sascha verlassen. Er selbst liebte es zu rutschen, zu schwimmen und zu springen.

Diese Liebe übertrug sich auch auf seine Geschwister. Sascha war immer da, damit ich beruhigt war.  Mit Sascha ließ ich sie jederzeit ins Wasser.

Und auch als der Lütte seine ersten Versuche machte, verließ ich mich darauf, dass Sascha am Ende der Rutsche sein würde.

Sascha - Wasserrutsche 2

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sascha – aufpassen auf die Lütten

Sascha - aufpassen auf die Lütten

Als der Jüngste zur Welt kam, waren wir darauf angewiesen, dass ich Teilzeit wieder arbeiten ging. Ohne Sascha hätte das nicht funktioniert. Vor der Schule zog er den Lütten an, brachte ihn zur Kita, später zur Tagesmutter und holte ihn gegen Abend wieder ab. Das war manchmal ziemlich stressig, besonders im Winter. Im Sommer dagegen war er ganz entspannt. Die Kleinen gehorchten ihm und liebten ihren großen Bruder.

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Sascha und der Fußball

Sascha und der Fußball

Sobald Sascha sicher auf den Beinen stand, spielte er mit seinem Vater Fußball. Später nahm er seine Geschwister, bis auf den ganz Kleinen, mit auf den Fußballplatz fast jeden Tag! Sein Traum war es Profifußballer zu werden. Daraus wurde nichts, denn ein Kreuzbandriss machte das unmöglich. Danach waren seine Möglichkeiten länger Fußball zu spielen eingeschränkt.

Was Sascha vom Rest der Familie unterschied: mein Ex-Mann war HSV-Fan, zwei seiner Geschwister Bayern-Fan und er liebte Borussia Dortmund. Einig waren sie sich, wenn Deutschland spielte.

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Sascha – der große Bruder

Sascha - der große Bruder

Es geht wahrscheinlich allen großen Geschwistern so, dass sie für die kleineren da sein müssen. Die kleinen liebten ihren großen Bruder. Wenn er da war, konnten auch wir Eltern sicher sein und einmal etwas unternehmen. Was Sascha auszeichnete, war, dass er die Kleinen immer erstmal selbst ausprobieren ließ. Erst, wenn sie etwas allein nicht schafften, half er ihnen.

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Sascha – Sommer in Kappeln

Sascha im Laufstall

Als meine ersten beiden Kinder klein waren verbrachten wir einen ganzen Sommer in Kappeln auf dem Campingplatz. Wir hatten einen Platz direkt neben meinen Eltern. Es gab dort eine große Feuerstelle und die Camper trafen sich abends, sangen Lieder zur Klampfe, tranken ein Bier und erzählten Geschichten oder trugen Gedichte vor.

Tagsüber war Sascha im Laufstall gut aufgehoben. Er akzeptierte ihn und war immer gut gelaunt. Die braune Farbe auf seinem Körper ist Schokolade, wahrscheinlich Kinderschokolade. Die gab es damals schon.

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Sascha und sein Bobby-Car

Sascha mit Bobby-Car

Sascha und sein Bobby-Car

Von allen meinen Kindern war Sascha das wildeste. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft wir ins Krankenhaus mussten, um eine Platzwunde nähen zu lassen. Meine Schwiegereltern besaßen eine sehr große Terrasse. Sascha liebte es, bei Wind und Wetter, mit seinem Bobby-Car schnell im Kreis zu fahren. Das konnte er stundenlang. Drinnen spielen lag ihm nicht. Regentage waren eher eine Strafe und selbst an solchen Tagen zog er es vor, mit Gummistiefeln durch Pfützen zu hüpfen. Schon als kleiner Junge war ihm kein Baum zu hoch, keine Mauer zu gefährlich. Er liebte Herausforderungen und so manches Mal blieb mir fast das Herz stehen. Dieser kleine Kerl hielt uns in Atem.

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Familienfoto – Mama mit Kindern

Urlaub in Frielendorf

Margit Ricarda Rolf mit Melanie, Sascha, Enrico und Damian

Wenn man vier Kinder hat, ist wenig Raum für Urlaube. Mein Ex-Mann liebte es Landschaften zu fotografieren. Meiner Bitte uns zu fotografieren, kam er nur ungern nach. Dieses Foto entstand während eines unserer seltenen Urlaube. Wir hatten ein Ferienhaus gemietet mit Kamin in Frielendorf. Dieses Foto ist das einzige, auf dem ich mit meinen vier Kindern zu sehen bin.

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Sascha – mein ältester Sohn ist tot

Sascha

Sascha Clemens Rolf

Am Mo. 22.09.2014 erlitt Sascha einen Schlaganfall. Er wurde im AK Altona notoperiert und ins künstliche Koma gelegt. Nach einer Woche wurden die Narkosemittel abgesetzt und die Aufwachphase begann. Meine Schwiegertochter, mein Enkel und ich haben ihn täglich besucht.

Sascha erwachte erstaunlich schnell und machte rasante Fortschritte. Deshalb waren wir alle guter Hoffnung. Uns war aber immer bewusst, dass ein zweiter Schlaganfall, eine Lungenembolie oder ein Herzinfarkt folgen könnten. Bei aller Hoffnung war uns auch schmerzlich bewusst, dass er nie mehr der alte Sascha sein würde. Er kam zurück ins Bewusstsein, erkannte uns, konnte lächeln, konnte sogar den Kuss seiner Frau erwidern und für ja und nein mit dem Kopf nicken.

Er war halbseitig gelähmt und würde es wohl auch bleiben. Sprechen konnte er nicht.
Und zuletzt musste ich erkennen, dass er auch nicht sehen konnte.
Nach 14 Tagen sollte es am Montag in die Früh-Reha gehen. – Dazu kam es nicht mehr.
Am Sonntag davor erreichte uns die Mitteilung, dass Sascha an einer Lungenembolie verstorben ist.

Wir denken in der Familie, dass es gut so ist, denn ihm hätte ein Leben als Schwerstbehinderter bevor gestanden.  Sascha hätte das immer abgelehnt.
Als er etwa 18 Jahre alt war, musste ich ihm schwören, so etwas niemals zuzulassen.
Sascha hat gern mit seinem Sohn Fußball gespielt. Er konnte brilliant tanzen. Sascha ging gern mit Ehefrau und Sohn an der Elbe baden. Er lebte direkt am Fischmarkt. Die Familie fühlte sich ausgesprochen wohl, so nah am Hafen.
Er war Web-Designer und programmierte 3-D-Animationen.

Ich konnte mit ihm wunderbar kontrovers diskutieren. In unserer letzen Diskussion ging es um die Frage, wer der Aggressor war: Putin oder Obama?
Welches Problem sich mir auch immer stellte, am PC, im Internet – Sascha löste es in Sekunden durch ein paar Klicks und bezeichnete mich stets als DAU.

Mein jüngster Sohn sagte: „Eine Mutter sollte niemals ihr Kind zu Grabe tragen müssen.“

Genau das steht mir gerade bevor.
Wenn es hinter mir liegt, werde ich gern erzählen von Sascha.

Von der Geschichte, als ich ihn vom Baum retten musste; als er Holz mit der Axt für uns klein machte als Fünfjähriger… es fällt einem so vieles wieder ein… Irgendwann werde ich diese Geschichten zu einem Buch zusammen fassen – für meinen Enkel.

Margit Ricarda Rolf

Die Trauerfeier findet am 24-Oktober 2014 um 12:30 Uhr in Ohlsdorf Kapelle 9 statt.

 

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„Bleibt aber auf dem Weg…“

Margit und kleiner Bruder

Wenn man einen kleinen Bruder hat, ist immer jemand da, mit dem man lachen, spielen, streiten und sich wieder vertragen kann.

Einen großen Teil unseres Kinderlebens verbrachten wir in der Kleingartenkolonie.
„Bleibt aber auf dem Weg, “ pflegte unsere Oma Anni zu sagen. Ihr Garten lag links im Vordergrund des Bildes, der unserer Eltern rechts am Ende des Weges.
So pendelten wir mehrfach täglich zwischen Großeltern und Eltern hin und her, holten oder brachten mal eben dies oder das und natürlich war der Weg auch unser Spielplatz.
Wir malten unsere Spielfelder einfach mit Stöcken auf den Weg.  Ob Hinkefuss – dafür braucht man einen kleinen Stein – oder Kaiser, König, Bettelmann – wird mit Ball gespielt… der Weg war unsere kleine Spielwelt und Langeweile kannten wir nicht.

Manchmal gingen wir zu Opa Baer, dem Imker.
Dann meldeten wir uns bei Oma Anni vorher ab, sonst gab es Ärger.
Manchmal waren wir bei den Kaninchen und manchmal auf dem Kirschbaum. ‚
„Wo stecken denn die Kinder schon wieder?!“ rief Oma Anni.
Dann saßen wir womöglich still auf dem Kirschbaum und naschten.
Es war eine Schattenmorelle, jedoch die Süßkirsche vom Nachbarn reichte bis in unseren Baum und ich versorgte uns mit den süßen Früchten.

Wieso die Vögel ausgerechnet die Süßkirschen auf unserer Seite bevorzugten?
Vier unschuldige Kinderaugen hatten dafür so gar keine Erklärung.
Ein kleiner Bruder ist eben jemand, mit dem man auch gern so manches Geheimnis teilen kann.

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